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Bonn Memorandum 2009

Nachhaltigkeit im Alltag

 

Kommunale Dienstleistungen für Nachhaltige Entwicklung

Auf der lokalen Ebene lassen sich Spannungen zwischen unterschiedlichen Interessen unmittelbar reduzieren und Öko-Effizienz einüben. Daher spielen kommunale Dienstleistungen eine Schlüsselrolle in der Verknüpfung von individuellem Verhalten und der Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Um die Nutzenwahrnehmung von Nachhaltigkeit zu steigern, sollten lokale Politiker und Dienstleister Hürden für nachhaltige Verhaltensweisen identifizieren und Barrieren für nicht-nachhaltiges Verhalten aufbauen. Eine Reihe von Instrumenten steht hierbei zur Verfügung.

Durch die Aufnahme von Umweltkriterien in Entscheidungsprozesse können kommunale Dienstleister nachhaltige Entwicklung fördern. Entscheidungen für die Anschaffung von Recycling-Papier, für umweltschonende Reinigungsdienste oder den Bau von energieeffizienten Gebäuden sind im Einzelnen bescheidene, aber in der Summe veränderungswirksame Maßnahmen ebenso wie Boni für Wasser- und Energiesparen, technische und finanzielle Unterstützung bei Umrüstungsmaßnahmen, attraktive Recyclingdienste, verbesserte Fahrrad- und Gehwege und ein Ausbau des ÖPNV. In diesem Sinne sollten lokale Funktionsträger:
 

  • Ambitionierte, aber realistische und langfristige Ziele setzen, anhand derer sie Fortschritte messen und überprüfen;
  • alle relevanten lokalen Interessensgruppen im Prozess beteiligen;
  • bedarfsorientierte Maßnahmen zum Kompetenzaufbau fördern;
  • Möglichkeiten des Emissionshandels in Erwägung ziehen, um aktiv an Mechanismen zur Minderung des Klimawandels teilzunehmen;
  • über internationale Städtepartnerschaften lokale Initiativen durch einen integrierten Kompetenzaufbau und Wissensaustausch unter Einbeziehung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, lokalen Gemeinschaften, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft unterstützen;
  • auf allen Ebenen flexible, integrierte und ergebnisorientierte Ansätze von unten nach oben fördern, um das lokale Verantwortungsbewusstsein zu steigern.

Einige konkrete Beispiele für lokale Erfolgsgeschichten gibt es bereits. Diese verbindet eine klare Zielsetzung, die Einbeziehung lokaler Interessengruppen, einen förderlichen regionalen, nationalen und internationalen Kontext sowie Kooperationen, die von ausreichenden Mitteln und kompetentem Personal leben.
 

  • So hat bspw. die französische Stadt Lille ihre öffentlichen Ausschreibungen im Rahmen der Procura+ Kampagne für Nachhaltige Beschaffung umgestellt. Die Stadt nutzt zu 50% Recyclingpapier, bietet Biospeisen in Schulen und auf Empfängen an, hat den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger auf Grünanlagen reduziert und den Energieverbrauch durch öffentliche Beleuchtung um 32% vermindert.
     
  • Beispiele im Hinblick auf die Verminderung von Treibhausgasen zeigt die Kampagne Städte für Klimaschutz (Cities for Climate Protection), die Möglichkeiten zur Messung der CO2-Bilanz darlegt. Im Rahmen dieser Kampagne haben Kommunen durch die Nutzung erneuerbarer Energien, den Ausbau nicht-motorisierter Transportmöglichkeiten und Maßnahmen zur Verringerung von Feststoffmüll auch Arbeitsplätze geschaffen.
     
  • Die ‘Global Alliance for EcoMobility’ bündelt kommunale Erfahrungen im Ausbau des nicht-motorisierten Verkehrswesens. Die kroatische Stadt Koprivnica wurde hierüber mit einer Ehrenurkunde für ihr Projekt “Koprivnica – Stadt in Bewegung” ausgezeichnet. Das Projekt führte eine Koalition von unterschiedlichen Interessengruppen zusammen und schuf eine fahrradfreundliche Infrastruktur.

Diese Beispiele zeigen: Öffentliche Kampagnen, öffentliches Engagement und Einsichtsvermögen sind essenziell, um auf lokaler Ebene wirksame Maßnahmen zur Verhaltensänderung umzusetzen.

DOWNLOAD

Das Bonn Memorandum 2009 können Sie sich hier im pdf-Format herunterladen.

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Das Bonn Symposium bietet eine Plattform für den internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch über die Umsetzung des Prinzips der "Nachhaltigen Entwicklung".
Als Kernveranstaltung für das internationale Bonn will das Bonn Symposium die Außenwirkung der Stadt als Kompetenzzentrum für "Nachhaltige Entwicklung" stärken.